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Rezension | Götterfunke. Liebe mich nicht – Marah Woolf

 

Ein abgelegenes Sommercamp in den Rocky Mountains, vor sich das letzte Highschooljahr. Jess will ihr Altgriechisch verbessern und die Zeit mit ihrer besten Freundin genießen. Doch da ist Cayden, dieser faszinierende Junge mit den smaragdgrünen Augen! Er kommt Jess seltsam bekannt vor. Was sie nicht weiß: Cayden ist ein Göttersohn und hat einen Deal mit Zeus: Wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, darf er endlich sterblich sein. Gar nicht so einfach, wenn man ein Gott ist und auch noch so aussieht.

 

Jaaa, wo soll ich anfangen? Götterunke hat bei mir sehr zwiespältige Gefühle ausgelöst. Ich finde griechische Mythologie und allgemein geschichtliche Aspekte in Büchern super spannend! Was auch einer der Gründe ist, weshalb ich mir dieses Buch gekauft habe. Leider wurde das Thema griechischer Mythologie meiner Meinung nach etwas halbherzig aufgefasst. Ab und zu bekommt der Leser interessante Fakten und ein paar Familienkonstellationen um die Ohren geknallt. Tiefer wird sich aber damit nicht auseinandergesetzt.

Die größte Schwäche dieses Buches waren allerdings nicht die Handlung, die irgendwie ohne roten Faden voranächzte. Nein, es waren die Charaktere, die mich so wahnsinnig gestört haben. Ich stehe auch oft auf diese kitschigen Romanzen von Teenagern, die sich vor Klischees kaum noch retten können. Aber was zu viel ist, ist zu viel. Die Protagonistin Jess kümmert sich zuhause um die alkoholkranke Mutter und die kleine Schwester, nachdem der Vater abgehauen ist. Von dieser Verantwortung und ihrer daraus resultierenden stärke ist in dem Buch NICHTS zu spüren. Sie hechelt Cayden, der ja soooo verdammt gut aussieht, hinterher, wie ein kleines Hündchen. Selbstachtung? Nicht bei Jess. Ich kann einfach nicht begreifen, weshalb Frauen so oft wie hilflose Wesen dargestellt werden, die nicht ohne einen Mann können, selbst wenn er sie wie Dreck behandelt.

 

Überhaupt waren viele der Charaktere unglaubwürdig. Ihre beste Freundin seit Ewigkeiten entpuppt sich PLÖTZLICH als hinterlistiges Biest und die Götter, die sich ebenfalls in dem Camp befinden (in dem man offensichtlich nur Altgriechisch lernt und ansonsten Männern hinterherschmachtet) wirken irgendwie ganz und gar nicht göttlich. Alle sind so nett und so verständnisvoll und werden in der griechischen Mythologie natürlich nur ganz falsch dargestellt. Auch dass einige Götter Teenager sind und andere Erwachsen war für mich nicht so ganz nachzuvollziehen.

Ein großer Lichtblick in dieser Hinsicht waren für mich die Kapitel von Hermes. Dieser ist Chronist der Wette und bekommt daher einige Kapitel um seine wirklich humorvollen Ansichten zum Besten zu geben.

Eine andere Wendung meiner Meinung gab es, als (zwar erst in der Mitte von Götterfunke, aber besser spät als nie) ein zukünftiger Widersacher auftauchte, der damit droht, Zeus zu entmachten. Ab da wurde es dann wieder spannender und auch leichter zu lesen, da wieder ein Lesefluss entstand.

Und jetzt, nachdem ich mich mal so richtig schön über die Handlung und die Charaktere beschwert habe, kommt das große Aber: Klar, die Charaktere waren oberflächlich und die Handlung ohne roten Faden. Und trotzdem habe ich Götterfunke gerne gelesen. Ich finde, bei solchen Bewertungen muss man auch immer das Lesegefühl miteinbeziehen. Und das war gut genug, um mir den zweiten Teil zu holen. Ich habe dann auch oft den Ehrgeiz eine Reihe zu Ende zu lesen. Ich möchte dann auch sicher sein, dass alles gut wird. Und dieses Bedürfnis hatte ich auch bei diesem Buch.

Auch wenn mich wirklich wichtige Dinge gestört haben, kann ich doch behaupten, dass ich wissen wollte, wie es weitergeht. Das bedeutet nicht, dass das Buch gut war. Aber für mich war es ein gutes Lesegefühl und das kann ich nicht ignorieren.


Habt ihr GötterFunke. Liebe mich nicht bereits gelesen? oder vielleicht sogar die ganze Reihe? Sind euch auch einige Dinge negativ aufgefallen oder wart ihr komplett begeistert, sowie viele andere?

 

 

 

 

weitere Infos:

TITEL:  GötterFunke. Liebe mich nicht | AUTORENNAME: Marah Woolf | SEITENANZAHL: 423 | VERLAG: Dressler |
PREIS: 18,99 € | ISBN: 978-3-7915-0029-4 | GENRE: Fantasy |AMAZON**

 

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