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Filmrezension | Dem Horizont so nah

Im Leben kommt es oft ganz anders, als man denkt. Man schmiedet Pläne und plötzlich verändert eine Begegnung alles. So geht es Jessica, als sie auf Danny trifft. Doch Dannys Vergangenheit ist alles andere als einfach gewesen und zusammen müssen die beiden für ihre Liebe kämpfen. Und dann steht Jessica vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.

Nachdem ich herausgefunden habe, worum es in dem Film geht, habe ich der Einladung zum Special Screening zu „Dem Horizont so nah“ sofort zugesagt. Ich glaube es gibt niemanden, an dem außergewöhnliche Liebesgeschichten, die auch noch auf einer wahren Begebenheit beruhen, spurlos vorbeigehen. Am Ende war es aber genau diese Liebesgeschichte, die mir nicht gefallen hat.

Ich habe den Film mit völlig widersprüchlichen Gefühlen verlassen. Begeistert haben mich vor allem die Schauspieler. Sowohl Hauptcast, als auch die Nebendarsteller, insbesondere Jessicas Eltern, waren für mich wirklich die optimale Besetzung. Die Reaktionen der Eltern, als Jessica überstürzt auszieht, als sie ihnen offenbart, welche schwere Entscheidung sie zu treffen hat, waren die Momente, in denen ich Tränen verdrücken musste.

Dannys beste Freundin Tina hat ebenfalls eine sehr schwere Vergangenheit und gerät oft mit Jessica aneinander. Doch die Szenen von Danny und Tina, als auch die von Jessica und Tina sind die Momente, die den Film für mich zu etwas besonderem gemacht haben.

Allerdings gab es auch so einige Dinge, die es mir schwer gemacht haben, vollständig in die Liebesgeschichte einzutauchen. Obwohl Danny und Jessica für mich perfekt besetzt waren, beide ihre Rollen auch sehr gut gespielt haben und ich ihnen jede Gefühlsregung abgenommen habe, ist für mich zwischen Danny und Jessica keine richtige Liebe aufgekommen. Immer wenn es zu Konfrontationen kam, haben beide für mich völlig unverständliche Entscheidungen getroffen. Sie sind immer eher auf Abstand gegangen, als dass sie in schwierigen Zeiten die Nähe des anderen gesucht hätten.

Überzeugende Schauspieler – weniger überzeugende Handlung

Auch die Handlung war für mich teilweise schwer nachzuvollziehen, als wären besondere Momente und Szenen einfach aneinandergereiht. Oft gab es Sprünge in Zeit oder Ort, die viel zu hart waren oder Unstimmigkeiten in der Handlung. Als sich Danny und Jessica auf einem Jahrmarkt kennenlernen, trennt sich Jessica von ihren Freundinnen um alleine eine Attraktion zu fahren. Danny kommt mit Freunden an derselben Attraktion an und nachdem jeder Platz besetzt ist, muss er sich zu Jessica setzen und die beiden teilen einen besonderen Moment. Aber danach sind diese Freunde von Danny niemals mehr Thema, obwohl es durchaus Momente gibt, in denen seine Freunde nochmal auftauchen müssten. Während des weiteren Verlaufs des Films scheint Danny auch eher Einzelgänger zu sein, abgesehen von Tina und zwei weiteren Bezugspersonen.

Solche kleinen Unstimmigkeiten gab es während des Filmes mehrmals. Danny und Jessica sollen länger als ein Jahr zusammen sein. Das bekommt der Zuschauer aber nur mit, weil Jessica sowohl zu beginn des Films Geburtstag hat, als auch zwischendurch nochmal. Ansonsten kommt das Gefühl dieser engen Verbindung, die die beiden ja teilen sollen gar nicht auf.

Als das Ende gekommen ist, habe ich das überhaupt nicht richtig mitbekommen, so schnell hatte sich das ganze erledigt. Von Emotionen keine Spur.

Für mich waren die Zwischenmenschlichen Beziehungen und die Besetzung das große Highlight des Films. Jede Zwischenmenschliche Beziehung, außer die zwischen den Hauptpersonen, was wie gesagt, nicht an den Schauspielern lag, sondern eher an dem schnelllebigen Drehbuch und den abgehakten Szenen, durch die bei mir einfach keine Gefühle aufgekommen sind.

 

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jessica Koch und kommt am 10.10.2019 in die deutschen Kinos.


Wie hat euch der Film gefallen? Vielleicht auch in Bezug zum Buch? Habt ihr eine völlig andere Meinung? Schreibts mir gerne in die Kommentare!

Habt ihr schon meine Serienrezension zur 1. Staffel von A Discovery of Witches gelesen?

 

 

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